D04Schauspielen als Beruf
Historische Konjunkturen der Humandifferenzierung in Schauspielausbildung, Künstlervermittlung und Theaterhäusern im 20. Jahrhundert
Das Teilprojekt D04 erforscht die Bedeutung von Humandifferenzierungen für die Personalauswahl und -formung in Schauspielausbildung, Künstlervermittlung und Theaterhäusern im Zuge der Professionalisierung des Schauspielberufs im 20. Jahrhundert: Wie werden (potentielle) Auszubildende, Berufsanwärter:innen und Schauspieler:innen in künstlerischen Auswahlprozessen kategorisiert und (aus)sortiert sowie in beruflichen Sozialisationsprozessen institutionell geformt?
Leistung im Zusammenspiel mit anderen Humandifferenzierungen
Der Fokus der Analyse liegt auf dem Zusammenspiel von Leistung bzw. Leistungsfähigkeit, für den Schauspielberuf ubiquitär relevanten Differenzierungen nach z. B. Alter, Körpergröße, Stimmvolumen, Typ und Geschlecht und historisch spezifischeren Differenzierungen nach sozialer Klasse, Ethnizität/Rasse und Nationalität. Leitend ist die Hypothese, dass die Entstehung der für die Personalauswahl und -formung relevanten Infrastruktur im Sinne der Ausbildung (inter)organisationaler Strukturen durch historische Konjunkturen einzelner Humandifferenzierungen angeschoben bzw. vorangetrieben wird.
Vergleichende Forschung: (Dis)Kontinuitäten und Einflüsse
Das Forschungsdesign ist vergleichend angelegt und gliedert sich in vier Teilstudien. Die Personalauswahl und -formung wird in verschiedenen Zeiträumen vor dem Hintergrund wechselnder politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedingungen untersucht: die Weimarer Republik und NS-Zeit (Teilstudie 1) sowie das geteilte Deutschland bis zur Wiedervereinigung (Teilstudie 2 und 3). Kritisch betrachtet wird zudem die Beteiligung der Theaterwissenschaft an der Theaterpraxis/-ausbildung in Ost und West seit den disziplinären Anfängen in der Weimarer Republik (Teilstudie 4).
