E03Translation und Inklusion

Praktiken administrativer Publikumsdifferenzierung

Quelle: shutterstock
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Inklusion und Humandifferenzierung

Inklusion gilt als zentrale Leitvorstellung moderner Gesellschaften: Alle Menschen sollen unabhängig von ihren Zugehörigkeiten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Gleichzeitig entstehen durch den Versuch, Inklusion zu gewährleisten, neue Formen der Differenzierung. Kategorien wie Alter, Geschlecht, Herkunft oder Behinderung markieren Unterschiede, die eigentlich überwunden werden sollen.

Kommunikative Bedingungen von Inklusion

Das Teilprojekt untersucht, wie staatliche Einrichtungen in Deutschland ihr Publikum segmentieren, um kommunikative Mobilität und Zugänglichkeit zu ermöglichen. Dazu zählen etwa Texte in Leichter Sprache für „Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ oder der Einsatz von Gebärden- und Lautsprachdolmetschen für „gehörlose Menschen“ und „Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse“.

Translation und Mehrsprachigkeit in der Verwaltung

Diese Formen vermittelter Kommunikation werden als translatorische Praxis verstanden. Mit qualitativen Methoden analysiert das Projekt ihre Konstellationen, Diskurse, Medien und Akteur:innen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Translation kulturelle Ungleichheiten abbaut oder diese zugleich auch erzeugt und verfestigt.