E04Mobiliätstypen
Das Projekt untersucht infrastrukturelle Humandifferenzierung im urbanen Straßenverkehr im Kontext der Verkehrswende.
Straßen im urbanen Raum sind derzeit Schauplatz der Umgestaltung zugunsten nachhaltiger Verkehrsformen. Dies stellt etablierte Kulturen motorisierter Mobilität in Frage, was zu Konflikten u.a. zwischen Autofahrenden, Fahrradfahrenden und zu Fuß Gehenden führt. In der kulturellen Wahrnehmung werden die verschiedenen Mobilitätsformen dabei zunehmend zu Stellvertretern favorisierter bzw. kritisierter Lebensweisen.
Wie werden mobilitätsbasierte Humandifferenzierungen infrastrukturell hervorgebracht?
Unter welchen Bedingungen kommt es zur identitären Aufladung funktionaler Verkehrsteilnehmerschaften?
Auf der Basis einer medien- und kulturwissenschaftlichen Infrastrukturanalyse vergleicht das Projekt Mobilitätskonflikte, die anlässlich der Verkehrswende in verschiedenen Metropolen (Paris, Berlin und Montreal) entstehen. Es untersucht (1) die Agentivität der Verflechtung von Menschen und Vehikeln, (2) die verteilungspolitischen Raumansprüche der verschiedenen Mobilitätsgruppen, (3) die Rolle von Narrativen, Bilder und Affekten für die identitäre Aufladung von Mobilitätstypen sowie (4) die Kopplung von Mobilitätstypen mit weiteren Unterscheidungen wie gender, race, class, age, disability.
