D06Theater im Wettbewerb
Diversität als Kriterium der Kulturförderung
Das Teilprojekt untersucht Praktiken der Humandifferenzierung in der gegenwärtigen Kulturförderung und dem mit ihr verbundenen Antragswesen im Theaterkontext. Es beleuchtet, wie die Auswahl ‚förderungswürdiger‘ Theatermacher:innen im Zuge kulturpolitischer Bemühungen um Diversifizierung auf Unterscheidungen nach Humankategorien rekurriert.
Zugleich fragen wir nach einer „Poetologie“ von Förderausschreibungen: Inwiefern laden die dort stark gemachten Konzepte nicht nur bestimmte Menschen zur Bewerbung ein, sondern bringen vielmehr ihrerseits ästhetische Praktiken voran und wirken damit darauf zurück, wie Gesellschaft und ihr ‚Personal‘ öffentlich wahrnehmbar werden?
Beispielhaft untersucht werden ein EU-Kooperationsprojekt von 12 öffentlich finanzierten Theaterhäusern sowie bundesdeutsche Theaterwettbewerbe- und Festivals, wie das Theatertreffen und das Impulse Festival.
Wie arbeiten wir?
Unsere Fälle erschließen wir uns über Experteninterviews, teilnehmende Beobachtung und Dokumentenanalyse. Wir untersuchen, welche Sprache Förderausschreibungen und resultierende Anträge sprechen, wir nehmen an Festivals und Theaterwettbewerben teil – als Zuschauer:innen, Projektethnograph:innen und Bewerber:innen. Unser besonderes Interesse gilt hierbei all jenen Expert:innen, die Juryarbeit kritisch reflektieren können und wollen.
Projektteam:
Dr. Stefanie Husel (Teilprojekts-Leiterin)
Sophie Blomen, MA (Doktorandin)
Phillip Marx (Studentischer Mitarbeiter)
