D03Selbstformierung kategorialer Begriffsunternehmen in Zine-Medien
Worum geht es?
Wir gehen in unserem Projekt von einer bestimmten Sinnschicht, dem Medium des Zines, aus und untersuchen, wie sich hier Selbstformierungen beobachten lassen. ‚Zine‘ ist die Kurzform von ‚Fanzine‘; es handelt sich um kleinformatige DIY-Heftchen, die in Kleinstauflage ohne großes Budget und ohne Gatekeeping-Instanzen hergestellt und verteilt werden.
Was passiert in Zines?
In unserem Projekt verstehen wir Zines als Labore der Selbstformierung: Hier werden auf ganz unterschiedliche Weise Differenzen von den Autor:innen bearbeitet und umgearbeitet. Sowohl selbstgewählte Anhängerschaft (z.B. als Fan im Fanzine) als auch kategoriale Zugehörigkeiten (z.B. im Perzine, d.h., Personal Zine) werden experimentell ausprobiert und dargestellt.
Zines und Humandifferenzierung
Aus der Perspektive der Humandifferenzierung sind Zines ein spannender empirischer Fall: Sie sind ein halböffentlicher Raum, in dem sehr persönliche Auseinandersetzungen mit Selbstverständnissen und Fremdkategorien stattfinden. Dies geschieht in verschiedenen Modi: Text, Bild und Format. Zines sind selbstgebastelt, oft brikoliert, und zeitgenössische Zines sind zudem häufig von digitalen Paratexten umgeben. In diesem Umfeld vollzieht sich Humandifferenzierung selbst gesteuert ‚von unten‘ und ‚dagegen‘.
Das Projekt baut seit der 1. Phase eine Sammlung unabhängiger Zeitschriften und Zines auf. Der Bestand kann über den Link im Abbinder eingesehen werden.
