Dr. Sabina Fazli

Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Selbstformierungen

Worum geht es in meiner Forschung?

In meiner Forschung befasse ich mich mit Zines, d.h., nicht-kommerzielle, kleine DIY (do-it-yourself)-Publikationen, die die Autor:innen (Zinesters) selbst kopieren und verteilen. Zines entstanden zunächst in den 1930er Jahren als Fanzines, als sich um die Science-Fiction-Magazine (Pulps) eine selbstorganisierte Fangemeinde bildete. Fanzines waren auch für andere Fanszenen zentral, wie Punk in den 1970ern/1980ern und Riot Grrrl in den 1990ern. Heute erleben Perzines (personal zines) einen kleinen Aufschwung: Als analoge Mikromedien erlauben sie es den Produzent:innen alltägliche Beobachtungen, Stimmungen und Gedanken zu teilen. Heute liegt der Reiz oft darin, dass Zines selbsthergestellt sind und die Autor:innen sich außerhalb digitaler Plattformen ausdrücken können.

Warum Humandifferenzierung?

Die These unseres Projekts lautet, dass Zines Labore für Identitätsprojekte sind. In ihnen werden individuelle Experimente mit Kategorien sichtbar, die nicht nur sprachlich, sondern auch materiell in der Herstellung von Zines beobachtbar werden, als Humandifferenzierung im DIY und bottom-up Modus: Selbstgesteuert und selbstgemacht. Das konstitutive Basteln und Improvisieren in der Zine-Herstellung setzt sich in der Darstellung der Selbstverständnisse im Zine fort. Aus der Perspektive der Humandifferenzierung ist interessant, dass wir hier sehr individuelle, kreative Identitätsprojekte einzelner Zinesters verfolgen können, um der Frage nachzugehen, wie sie sich in diesem Medium zu selbstentworfenen und Fremdkategorien verhalten. 

Aufgaben im SFB

Während der ersten Förderphase war ich zusammen mit Friedemann Kreuder Sprecherin des Arbeitsbereichs A. 2025-2026 war ich Mitglied der Nachwuchsvertretung des SFB. In der zweiten Förderphase bin ich Ko-Leiterin des KF2 Personenformate.

Foto: Stephanie Füssenich