Podcast Sone & Solche

Wer erforscht wen? – Wissenschaftsgeschichte, die Suche nach „unserem“ Ursprung und die Entstehung von Kategorien

2. October 2026
Tamara Vitzthum

Wie wird und wurde erforscht, wo wir herkommen? Wie beforscht man die eigene Fachdisziplin? Und wie geht man damit um, wenn man (momentan) niemanden zu ihren eigenen Erfahrungen befragen kann?

Kategorien von Menschen sind selbst menschengemacht – dazu forschen alle Projekte im Sonderforschungsbereich Humandifferenzierung. Manche Projekte befassen sich besonders damit, wie in der Wissenschaft selbst bestimmte Kategorien hervorgebracht wurden. Die Historikerin Malin Wilckens und der Ethnologe Matthias Krings sprechen in dieser Folge über ihre Projekte, die sich unter anderem mit Wissenschaftsgeschichte und konkreter mit der Geschichte von Disziplinen wie Anthropologie, Ethnologie oder Archäologie auseinandersetzen.

Malin Wilckens ist Co-Leiterin des Projekts „Mensch werden, Mensch sein“ zur Wissenschaftsgeschichte der Menschheitsentwicklung am Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG). Matthias Krings (JGU) untersucht als Co-Leiter des Projekts „Verflochtene Humandifferenzierung“ europäische und afrikanische Konstruktionen der Humankategorie „Pygmäe“ und war bereits in der ersten Phase des SFB am Projekt „Koloristische Humandifferenzierung“ beteiligt. 

In beiden Projekten geht es darum, wie verschiedene Gruppen – die Vor- und Frühmenschen und die sogenannten „Pygmäen“ – erforscht wurden und werden. Dabei sprechen wir auch darüber, dass es hier nicht nur um „andere“ geht, sondern auch um „uns“ selbst und wissenschaftlich dominierende spezifische europäische Perspektiven. Wir nehmen das Thema auch zum Anlass, über problematische Begriffe wie „Menschenrassen“ zu sprechen und wieso die Entstehung dieser Begriffe wichtig zu untersuchen ist.

Kapitelmarken:

00:00:00 Intro

00:00:42: Worum geht’s heute?

00:01:49 Projektvorstellung

00:03:16: Wie hängen Matthias Krings Projekte zusammen?

00:06:12: Von den Ursprüngen der Frühmenschen zur Rassenklassifikation

00:10:47: Gegenwärtige Menschen als "Repräsentanten" der Urform des Menschen

00:13:36: Der Begriff Humankategorie

00:16:12: Distinktionszonen

00:17:39: Transzendenz

00:23:54: Distinktionen  im Kongo - und ihr Umgang in der Forschung

00:27:05: Umgang mit Archivmaterial

00:30:34: Wer sind die Personen hinter den Bildern?

00:31:39: Interdisziplinarität

00:36:08: Vom einzelnen Fund zum Bild des Urmenschen

00:37:17: Wie verändern sich unsere Annahmen durch wenige Befunde?

00:40:17: Die Rolle von Genetik

00:43:22: Sensibilisierung innerhalb der Forschung

00:46:43: Prägende Narrative in der Disziplin

00:50:18: Der Ursprung der Bezeichnung "Pygmäe"?

00:52:43: Wie es mit den Projekten weitergeht

01:03:08: Outro

 

Zum Weiterlesen:

Mehr zu Malins Dissertation erfahrt ihr hier. 

Weitere Publikationen von Malin, Matthias und ihren SFB-Kolleg:innen findet ihr hier.

Matthias erwähnt auch das IFEAS und die Ethnologin Erika Sulzmann, zur Geschichte des Instituts gibt es hier mehr Infos.

Zum Weiterhören:

Einblicke in Matthias Projekt „Koloristische Humandifferenzierung“ aus der ersten Phase unseres SFBs bekommt ihr in den Folgen 18 und 19 „Melanin Matters - Skin tone differentiation in Lagos, Nigeria“ mit Marion Grimberg.

Matthias Kollege Nico Nassenstein hat mit uns in Folge 13 „Language in Rwanda and the Great Lakes Region“ über Linguistik, Politik und Identität gesprochen.

Die Folge wurde im September 2026 aufgezeichnet.

Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

Host: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)

Wissenschaftliche Hilfskraft: Nurhan Yorulmaz (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

Der SFB 1482 wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt uns gern eine Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

Foto: privat (Krings), Barbara Mainz (Wilckens)