Marion Grimberg M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Distinktionszonen
Ich bin als Ethnologin im SFB Humandifferenzierung tätig (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und an das Institut für Ethnologie und Afrikastudien der JGU angebunden. Vor meiner Tätigkeit in Mainz habe ich Ethnologie/Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin (M.A.) und Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen (B.A) studiert.
Im Rahmen der zweiten SFB-Phase untersuche ich die zwischen Europa und Afrika entstandene Kategorie des “Pygmäen” in der Demokratischen Republik Kongo unter der Projektleitung von Matthias Krings und Nico Nassenstein. In unserem Projekt rekonstruieren wir die Entstehung dieser Kategorie historisch und erforschen ihre heutige Bedeutung in Alltags- und Sprechpraktiken ethnographisch. Mich interessiert dabei vor allem der zeitgenössische Umgang mit Kategorien wie “Pygmäe” und “Batwa” in der Großstadt Kinshasa sowie deren politische Nutzung durch staatliche und nicht-staatliche Akteure.
In der ersten Phase des SFB habe ich zu Humandifferenzierungen geforscht, die auf Hautton basieren. Dabei habe ich die Bedeutungen und Bewertungen untersucht, die in Nigeria an Hauttöne geknüpft werden. Daran gekoppelt war eine Analyse von lokalen Hautpflegepraktiken sowie des Geschäfts mit hautaufhellenden Produkten. Die Bedeutungen und Bewertungen von Hauttönen übersteigen in Nigeria rassialisierte Kategorisierungen. Vielmehr wird eine große Bandbreite an Bedeutungen und Bewertungen an den Hautton geknüpft, die wiederum lokale Differenzierungen nach Gender, Attraktivitätsgrad, Klasse, Status, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Race und spiritueller Potenz maßgeblich beeinflussen.
Foto: Stephanie Füssenich