Dr. Malin Sonja Wilckens
Projektleiterin | Distinktionszonen
Als Co-Projektleiterin widme ich mich Fragen der Human-Differenzierung an der Schnittstelle von more-than-human relations und Wissenschaftsgeschichte. Im Zentrum stehen Verschiebungen humaner Außen- und Binnendifferenzierung ebenso wie die sich wandelnde Wirksamkeit und Funktion dieser Differenzierungen in unterschiedlichen Sinnschichten – Praktiken, Repräsentationen und Narrationen – sowie in je spezifischen historischen Konstellationen. So sollen u.a. die Verhältnisse von Mensch-Mensch, Mensch-Tier, Mensch-Transzendenz und Mensch-Umwelt jeweils in Verbindung mit ihren jeweiligen (populären) Reifikationen analysiert werden.
Zu mir
Seit Ende 2023 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte. Zuvor arbeitete ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an den Universitäten Bielefeld und Kiel. Als Doktorandin der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Universität Bielefeld absolvierte ich Forschungsaufenthalte an der Stanford University sowie am Deutschen Historischen Institut in Washington. 2025/2026 war ich als Gastwissenschaftlerin am Deutschen Historischen Institut London sowie am Institute of Advanced Studies des University College London tätig. Meine Forschungsinteressen umfassen die Wissenschaftsgeschichte, historischen ‚race‘ studies, die Globalgeschichte sowie die Umwelt-, Technik- und Arbeitsgeschichte.
Warum Humandifferenzierung?
Fragen nach der Art und Weise, wie Differenzierungen hergestellt und in welchen (glokalen) Konstellationen sie wirksam werden, beschäftigen mich seit Beginn meiner akademischen Tätigkeit. In meiner Dissertation habe ich mich bereits mit Praktiken des Sammelns und Vergleichens menschlicher Überreste im Zusammenhang mit der Kategorie ‚race‘ im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert befasst und Differenzierungsprozesse damit praxeologisch untersucht.
Neben den Rassifizierungsprozessen in der Anthropologie habe ich mich zudem mit essentialisierenden Praktiken im Umgang mit und historischen Zuschreibungen und Inwertsetzungspraktiken von menschlichen Überresten sowie mit historiographischen und methodischen Fragen der ‚race‘ studies auseinandergesetzt. Seit 2024 bin ich Mitglied einer interdisziplinären Forscher:innengruppe (2024-2026) des Netias-Netzwerkes der Institutes for Advanced Study zum Umgang mit menschlichen Überresten.
Foto: Barbara Mainz