Melanie Falzetta M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Mobilität und Ordnungsprozesse

Seit Januar 2026 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte im SFB 1482 „Humandifferenzierung“ im Teilprojekt „Europäische Geflüchtete zwischen Südasien, Nahost und Europa. Räumliche Selbst- und Fremdzuordnung im 20. Jahrhundert“. 

Mein Studium der Geschichte sowie der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München schloss ich 2025 mit dem Master in Geschichte ab. In meiner Masterarbeit untersuchte ich das Alltagsleben jüdischer Displaced Persons im Markt Wartenberg ab 1945 und analysierte soziale Strukturen, kulturelle Praktiken und Erfahrungen jüdischer Überlebender nach der Shoah.

Meine Forschungsinteressen liegen in der jüdischen Geschichte, den Holocaust Studies sowie der Migrations- und Flüchtlingsgeschichte.

In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich am Beispiel des Nahen Ostens, wie europäische Geflüchtete zwischen 1930 und 1970 ihre räumlichen und sozialen Positionen in kolonialen und postkolonialen Kontexten verhandelten. Anhand ausgewählter Biografien zeige ich, dass Flucht langfristige, politisch, sozial und religiös geprägte Aushandlungsprozesse von Zugehörigkeit im Nahen Osten und in europäischen Bezugskontexten auslöste.

Methodisch verbindet die Arbeit biografische Fallanalysen mit der Untersuchung kolonialer und postkolonialer Humandifferenzierungen. Durch die Verschränkung mikrohistorischer Perspektiven mit transregionalen Ansätzen zeigt sie, wie sich Mehrfachzugehörigkeiten herausbildeten. So leistet das Projekt einen Beitrag zur Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.